Männlein oder Weiblein?

In „meiner“ ersten Klasse kehrt so langsam der Alltag ein. Die Kleinen wissen, wo etwas in der Klasse zu finden ist, kennen die wichtigsten Wege (zur Toilette, zur Turnhalle, zum Sportplatz) und auch ihre eigenen Sachen. Wobei die Unterscheidung von Heft und Buch, Bleistift und Buntstift fallen einigen noch schwer.

Nun können sich die Schulanfänger langsam um ihre Mitschüler kümmern. Sie lernen sich kennen und können schon einige Namen von ihren Mitschülern. Aber man schaut sich auch genauer an:

Neulich nach der Sportstunde beim Anstellen. Dazu muss man wissen, wir stellen uns immer in zwei Reihen auf; eine Mädchenreihe und eine Jungenreihe und die Kinder ziehen sich auch schon drei Wochen lang in getrennten Umkleideräumen um (Jungen und Mädchen) Nun stehen die Jungen hintereinander und die Mädchen auch. Wir wollen uns gerade in Bewegung setzen, als ein kleiner Knirps sich unvermittelt umdreht und zu einem Mitschüler sagt: „Die Mädchen stehen in der anderen Reihe.“ Angesprochener Schüler versteht nicht recht und schaut nur ungläubig zurück. Daraufhin wiederholt der Knirps seine Aufforderung: „Die Mädchen sind da drüben.“ Nun versucht sich der angesprochene Junge zu wehren. Das fällt ihm jedoch schwer, da er die deutsche Sprache noch nicht richtig beherrscht. In seiner Not wendet er sich an mich: „Frau Otte … “ (mit süßem Dialekt). Ich bücke mich zu dem Knirps und frage: „Wo ist jetzt das Problem?“ Selbstbewusst antwortet dieser: „Der hat einen Zopf. Der ist ein Mädchen.“ Nun verstehe ich und sehe mich gezwungen zu erklären: „Der ist ein Junge. Auch Jungen können einen Zopf haben.“ Mit dieser Antwort gibt sich der Knirps zufrieden und duldet den zopftragenden Jungen in der Jungenreihe.

Einen Tag später komme ich frisch frisiert (zugegeben mit sehr kurzen Haaren) in meine Klasse. Sicherheitshalber hatte ich schon einen Tag zuvor angekündigt, dass ich zum Frisör gehen würde. Also frisch frisiert begrüße ich die Kleinen. Natürlich kommen auch gleich Komentare: „Du warst beim Frisör!“ „Du siehst gut aus!“ Ich bedanke mich höflich und erwidere: „Ihr seht aber auch gut aus.“ Es kommen aber auch Kometare wie: „Ich hätte dich fast nicht erkannt.“ und „Du siehst aus, wie ein Junge.“

Frau Otte ist grummelig

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Was für eine Aussage! Ich liebe sie! Und sie traf den Nagel auf den Kopf.

Ausgesprochen wurde sie von Lara*, einer meiner Schulanfängerinnen, im Umkleideraum der Mädchen. Ich hetzte gerade zwischen den Umkleideräumen von Mädchen und Jungen umher, erklärte nochmals, dass wir uns die Hände nochmals waschen müssen, öffnete den X-ten Reißverschluss, (Warum müssen die Eltern den Mädchen gerade an dem Tag, an dem wir Sport auf dem Stundenplan haben die schönsten Kleidchen mit Rüschen und Schleifchen anziehen?) knüpfte die gefühlte zwangstigste Schleife und beruhigte die Kleinen, die gefühlt schon eine halbe Stunde auf die letzten Nachzügler warteten. Dieses Warten stellte nicht nur die Kleinen auf eine harte Geduldsprobe. In meinem Hinterkopf flogen die Minuten nur so dahin, die ich gern mit den Kindern endlich mit der ersten Sportstunde füllen wollte. Da standen noch die Belehrungen und das Kennelernen der Räumlichkeiten auf dem Plan und ein wenig spielen wollten wir ja auch noch.

Ja, und diesen Stress, den ich mir natürlich wieder einmal nur selbst machte, spürten die Kleinen wohl … Und so kam es zu der Aussage: „Frau Otte ist grummelig.“ Nachdem Lara diese Worte in den Raum geworfen hatte, sahen die Mitschülerinnen sie strafend an. Wie konnte sie das wagen?

Es kam auch gleich die Meldung an mich: „Frau Otte, Lara hat gesagt, du bist grummelig.“ Aber wie erstaunt war die Meute, als ich mich nicht mehr halten konnte, loslachte und meinte: „Lara hat wohl recht. Ich bin grummelig.“ Wie feinfühlig die Kleinen doch sein können!

*Name frei erfunden

Warum tut man das den Kindern an?

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Ich habe ja schon letzte Woche geschrieben, dass mir in diesem Schuljahr bei meinen Schulanfängern sehr auffällt, dass es viele Kleine gibt, die einfach noch nicht schulreif erscheinen. Nun kann man natürlich anmerken, dass es vermessen wäre, dies schon nach einer Schulwoche zu behaupten. Aber ich bin inzwischen 35 Jahre in diesem Job, habe Lebenserfahrung und sehe – auch nach einer Woche – die Not der Kinder.

Das hat nichts mit der Intelligenz der Kinder zu tun oder mit ihren geistigen Fähigkeiten. Es geht einfach um die Reife: die soziale Reife aber auch die intellektuelle Reife. Diese Kinder quälen sich mit dem Stillsitzen, Zuhören, Verarbeiten von Aufgabenstellungen und deren Umsetzung. Sie sind verspielt, unruhig, können nicht abwarten. Es fehlt ihnen an der Ernsthaftigkeit beim Lernen und Üben. Bitte versteht mich richtig: Diese Kinder dürfen und müssen so sein! Sie sind erst 5 Jahre alt oder erst im letzten Monat sechs geworden.

Ja, in unserem Bundesland werden die Kinder laut Stichtagregelung eingeschult, wenn sie bis zum 30. September das 6. Lebensjahr vollenden, also 6 Jahre alt werden. In 10 von 16 Bundesländern dürften diese Kinder noch im Kindergarten spielen. Mit Recht!

Was die Reife betrifft, fällt mir ein Vergleich ein:

Ein Apfel wächst am Baum. Pflückt der Gärtner ihn, bevor er richtig reif ist, reift er nach. Ja, er reift in der Regel nach, aber in dieser Zeit kann er geworfen werden, Stoßstellen davon tragen oder noch schlimmer sogar daran verfaulen. Der Apfel, der in Ruhe am Baum reifen darf, reift von allein. Die Gefahr, dass er Stoßstellen bekommt oder verfault, ist um einiges geringer.  … und er wird immer besser schmecken.

Und noch etwas: Hat jemand schon einmal daran gedacht, was passiert, wenn diese Kinder die 10jährige Schule durchlaufen haben und mit 15 Jahren ihren Schulabschluss in der Tasche haben? Viele Lehrstellen sind ihnen verwehrt! Oder wenn diese Kinder in 12 Schuljahren ihr Abitur in der Tasche haben? Mit 17 Jahren sollen sie dann zum Studium? Sie dürfen ja noch nicht mal allein Auto fahren, um zum Studienort zu kommen.

 

Erste Klasse -fünfter Schultag

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HURRA – die erste Woche ist geschafft und das Wochenende steht vor der Tür. Die zwei schulfreien Tage haben wir – die Kinder, die Eltern, die Erzieher und auch ich – uns verdient. Besonders bei der Hitze in dieser Woche war das ein großes Stück Anstrengung.

Aber die Kleinen haben auch viel gelernt: Reimen, Silben klatschen, Orientierungsübungen, Zählen und Strichlisten anlegen …

Nicht zu vergessen und wahrscheinlich noch viel wichtiger: Wir haben uns kennengelernt, den Schulablauf durchlaufen und die vielen kleinen organisatorischen Dinge, die ein Schulkind wissen muss. Z.B. Wie packe ich die Mappe aus und wieder ein, dass auch alles hineinpasst? Welche Dinge gehören zu Deutsch, zu Mathematik? Was ist ein Buch, was ein Heft? Was ist ein Bleistift, ein grüner Fineliner, ein Arbeitsheft? …

Wir haben gemalt, geschnitten, geschrieben, gesprochen, gelacht, auch einmal ein Tränchen vergossen. Am Ende hat jeder heute voller Stolz seine gebastelte Mimi eingesteckt und sich über die ersten Belohnungstempel gefreut. Vorallem aber waren wir uns alle einig: Es war eine schöne Woche und wir freuen uns auf die kommende und all die vielen noch folgenden …

Erste Klasse – vierter Schultag

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Die Minimas treiben bei uns ihr Unwesen. Da verschwinden Arbeitshefte unauffindbar, ganz sicher eingepackte Hefte finden sich nicht in der Mappe und selbst die Hausaufgaben verschwinden urplötzlich. Welch ein Glück, dass wir die Schuldigen kennen!

Die Zeit, die wir mit dem Suchen von Arbeitsmitteln, Heften, Büchern vertrödeln … Da blutet mir doch so manches Mal das Herz. Aber was nützt es? Geduld, bei der Suche helfen und ein Fünkchen Humor .. so lässt es sich aushalten.

Trotz allem haben wir heute unser erstes Gedicht eingeführt. Nach dem Vorlesen der Geschichte „Freunde“ aus unserem Minimas-Buch haben wir darüber gesprochen, was gute Freunde sind. Dann haben versucht, die Zeilen durch wiederholtes Sprechen zu lernen und dazu gemalt. Nun werden wir das Gedicht täglich wiederholen und in einer Woche erfolgt die Kontrolle. Ich bin gespannt…

Erste Reimübungen klappen schon ganz gut und beim Zählen haben wir heute das Fünferbündeln gelernt. Das gemeinsame Spiel gelingt auch immer besser, nachdem ich nochmals an unser Gedicht „Freunde“ erinnert habe. An den Regeln in unserer Klasse müssen wir jedoch weiter arbeiten. Da steckt man noch gern einfach mal so einem Kind die Zunge heraus oder nutzt Worte, die wir nicht hören wollen. Es wird wohl noch etwas dauern, bis die Kleinen unsere Regeln verinnerlicht haben. Aber auch das werden wir schaffen.

Morgen freue ich mich auf unseren MIMI-Tag. Und dann ist die erste Woche schon geschafft …

Erste Klasse – dritter Schultag

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Absoluter Höhepunkt war heute für meine „Kleinen“ die Geräuschlawine. Dank „Zaubereinmaleins“  wurde die letzte Viertelstunde in dem glutheißen Klassenraum zum echten Spaß für alle. Das war ein Gequieke, Gegrunze, … Und was haben wir gelernt? In der Schule darf man auch lachen und Quatsch machen. „Das war toll.“ Was für ein Tagesausklang.

Aber wir haben uns diesen Spaß auch wirklich verdient. Heute duften die „Süßen“ das erste Mal im Häuschenheft Schwungübungen machen. Das Orientieren fällt einigen noch schwer aber alle haben bis zum Schluss durchgehalten (Natürlich mit viel Motivation und Fingerübungen zwischendurch) Ich war schon ein wenig stolz!

Bei den Zählübungen klappt es bei allen bis 5 richtig gut. Bei den größeren Mengen verlieren einige Kinder manchmal noch den Überblick. Aber mit Hilfe und wenn ich das Tempo vorgebe, klappt es. Wir haben heute die Schulkinder, die Tische, die Stühle und und und gezählt.

Meinen jüngsten „Mäuse“  (Ich habe zwei Fünfjährige in der Klasse und zwei Kinder, die erst vor wenigen Wochen sechs geworden sind) fällt das Zuhören und Stillsitzen noch besonders schwer. Sie plappern gern einfach los und haben ja so viel zu erzählen! Wären sie in einem anderen Bundesland geboren worden, wären sie ja jetzt auch noch im Kindergarten und könnten entspannt spielen! So extrem, wie in diesem Jahr, ist mir das noch nie bewusst geworden. Ob das auch an der CORONA-Auszeit liegt? Auf jeden Fall muss ich geduldig mit ihnen sein! Noch gelingt mir das ja gut aber wie lange …? Ob ein Erinnerungszettelchen auf dem Lehrertisch helfen könnte? So nach dem Motto: „Habe Geduld!“ oder „Sei nachsichtig!“ Das überlege ich mir noch.

Heute morgen haben wir das erste gemeinsame Erlebnis mit unseren Minimas gehabt. Zwei Mädchen hatten gestern ihre Arbeitshefte vertauscht und heute früh kamen natürlich gleich die Eltern zu mir. Schnell war geklärt, dass wir die Hefte nur wieder zurücktauschen müssen. Aber etwas verwundert stellte ich schon die Frage, wie das Vertauschen geschehen konnte. Die beiden sitzen weit auseinander im Klassenraum. Aber Selina stellte gleich klar: „Das waren bestimmt die Minimas, Frau Otte.“

 

Erste Klasse – zweiter Schultag

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Heute begann der Schultag schon mit den ersten Ritualen: „Guten Morgen, liebes Knie“ (eine Gleichgewichtsübung nach Dorothea Beigel) und der Begrüßung im Stehen. Die Kleinen machten sofort mit und auch die anderen kleinen Entspannungs- und Gleichgewichtsübungen, die wir zwischendurch durchführten, scheinen den Kindern zu gefallen. Gleich versuchten sie mitzusprechen und die Bewegungen auszuführen – Das lässt auf das Gedicht hoffen, das ich noch in dieser Woche einführen möchte.

In Deutsch kontrollierte ich die erste Hausaufgabe und es gab die ersten MIMI-Stempel für den Fleiß … und strahlende Augen.

Na und natürlich begann die Mathestunde mit unserem Spiel von gestern, was gleich mit einem (wenn auch zaghaftem „HURRA“ belohnt wurde. Die Anweisungen durften auch schon einige Kinder geben, was viel Spaß bereitete.

Höhepunkt heute war die Geschichte der MINIMAS „Nur Probe“, die ich vorlas und gleich zum Anlass für die Belehrung zur Feueralarmprobe nahm. Natürlich spielten wir gemeinsam so eine Alarmprobe durch und suchten auf dem Schulhof unseren Stellplatz auf. Nun hoffe ich nur, dass bei einer „echten Alarmprobe“ keine Panik ausbricht.

Das mit den Masken-aufsetzen funktioniert erstaunlicherweise recht gut. Nur dass ich noch keine richtige Lösung zum Aufbewahren während des Unterrichts gefunden habe. Das Ablegen in der Federtasche nehmen die Kleinen nicht so an. Immer wieder landet die Maske in der Hand und es wird damit herumgespielt. Na, vielleicht kommt mir noch die zündende Idee.

 

Erste Klasse – erster Schultag

Inzwischen ist es hier wieder sehr ruhig geworden. Ferienzeit hieß in diesem Jahr Familienzeit – noch mehr als sonst. Meine Kreativität lag am Boden. Lag es an der besonderen Lage zum Schuljahresende? Lag es an dem Wetter? Oder lag es einfach an mir?

Egal – jetzt „muss“ ich wieder ran. Die Arbeit nimmt keine Rücksicht und vielleicht motiviert der wieder gekehrte Schulalltag ja zu neuen Schaffensperioden. Also ran und am besten lässt sich ja bekanntlich über selbst Erlebtes schreiben. Daher werden zunächst einmal tagebuchänliche Einträge erfolgen von meinem Alltag als Lehrerin von 20 Schulanfängern.

Heute nun Tag 1:

In unserem Bundesland gibt es ja keine Abstandsregeln mehr für Schulkinder. Unsere Schüler und wir tragen im Schulhaus die Nase- Mund-Maske und es gilt das vertärkte Händewaschen und Desinfizieren. Ansonsten sollte der Tag verlaufen, wie schon so viele erste Schultage in meinem Arbeitsleben: Routine und doch immer wieder neu … und eben doch keine Routine.

So verlief auch die Nacht. Sicher spielte die Hitze auch ihre Rolle aber wie fast immer, quälte ich mich und war glücklich, als ich endlich gegen 6 Uhr aufstehen durfte.

Nach dem Erledigen der letzten Handgriffe, dem ausgieben Lüften und einigen kurzen Schwätzchen mit den Kollegen, ging es auch schon, mit Maske, raus auf den Schulhof. Dort warteten „meine“ Kleinen auch schon mit ihren Eltern. Schwer beladen mit allen möglichen Materialien strahlten mich alle an – noch … Beutel und Tüten einsammeln, hier eine Bemerkung dort ein Hinweis zum Abholen und ab ging es in die Schule – mit Maske.

Nach dem Desinfizieren ging dann das Sortieren, Auspacken und Belehren los. Beim Vorlesen waren die Kleinen recht aufmerksam und so mancher Schulanfänger wartete auch schon geduldig, bis er aufgerufen wurde, um zu erzählen. Aber vielen fällt es natürlich schwer, abzuwarten, anderen zu zuhören oder gar zu akzeptieren, dass man nicht reden darf. (Das ist ja auch viel verlangt) Nach etwa einer Stunde kam dann auch die berechtigte Frage: „Wann lernen wir denn endlich?“ Also rettete mich erst einmal ein Schulrundgang. Leider wurde dieser durch das Tragen der Masken eher als Qual für uns alle. Also schnell das Wichtigste zeigen (Toilette, Weg zum Schulhof) und schnell raus auf den Hof und Masken ab. Auf dem Rückweg ging es dann an der Turnhalle vorbei und schnell eine Runde durch die leere Halle. Zurück im Klassenraum ging es dann endlich an die ersten Schwungübungen, die recht gut klappten. Und dann war auch schon die Frühstückspause erreicht und endlich durften die Kinder essen („Ich wäre fast verhungert“, Zitat) und danach ging es raus auf die Hofpause.

Gern beobachte ich meine Schüler hier beim Umgang miteinander. Was mir gleich auffiel? Es gibt immer mehr Schüler, die nichts mit sich und anderen anzufangen wissen. Meist schlendern sie um unds Erwachsene herum und langweilen sich sichtlich. Animationen zum Spiel ziehen nur so lange, wie der Lehrer mitspielt. Mit anderen Kindern spielen geht gar nicht. Daran müssen wir arbeiten! Schwer fällt auch das Hören des Klingelzeichens zum Pausenende. Also werde ich morgen ein Spiel daraus machen: Wer steht nach dem Klingelzeichen zuerst bei mir? Mal sehen, ob das hilft.

In der letzten Stunde haben wir dann die Schwungübungen beendet und ein Spiel zu den Lagebeziehungen gespielt. „Spielen wir das morgen auch?“ Na, wenn das keine Motivation für den zweiten Tag ist!

 

 

Danke

Ich habe hier ja schon berichtet, dass „meine“ sechste Klasse die Grundschule verlässt. Am Montag fand noch eine kleine „Abschlussfeier“ statt, zu der ich auch eingeladen war.  Es gab nette Zeilen und Worte, Blümchen und kleine Geschenke.

Nun bin ich an der Reihe zu danken:

Danke schön für den netten Abend, das leckere Essen, die anregenden Gespräche.

Danke schön den vielen fleißigen Köpfen und Händen, die diesen Abend erst möglich machten.

Danke schön für die Zeit, die ich mit Ihnen noch einmal verbringen durfte.

Danke schön für Ihren Einsatz in all den Jahren auch über Klassenbelange hinaus.

Danke schön für Ihren Einsatz, wenn es mal wieder zu Wettkämpfen ging.

*´Laura´s Leckereien`* : Tort “SACHER”

Aber ich möchte auch Ihren Kindern danken.

Danke schön für viele anregende Stunden, die manchmal anders (oft sogar besser) verliefen, als ich es geplant hatte.

Danke schön für eure Ausdauer und Geduld beim Sport und Lernen.

Danke schön für das Überwinden „des inneren Schweinehundes“, wenn es auch mal weh tat.

Danke schön für eure Anstrengungsbereitschaft bei all den vielen Wettkämpfen, bei denen ihr euch immer voll „reingekniet“ habt: für den Schweiß, die Blasen, die blauen Flecken und auch die vielen kleinen anderen Blessuren.

Danke schön, dass ihr immer wieder die Schule so erfolgreich vertreten habt.

Danke schön, dass ich euch sechs Jahre lang begleiten durfte.

Lustige Sprüche Danke Für Die Einladung, Suche ...

Aber egal, ob im Sport, beim Lernen oder als Klasse: Ich bin stolz auf euch.

 

Und wieder heißt es Abschied nehmen

Ja, wieder heißt es Abschied nehmen.

In diesem Jahr sogar gleich zweimal für mich. „Meine“ 6. Klasse, die ich vor 6 Jahren einschulen und drei Jahre als Klassenleiter begleiten durfte, unterrichtete ich ganze sechs Jahre in Sport. Diese „meine Sportklasse“, sagt nun Abschied von der Grundschule. „Meine“ Sportler, mit denen ich so viele Wettkämpfe sehr erfolgreich bestreiten konnte, verlassen die Grundschule und verteilen sich auf verschiedene Gymnasien und Oberschulen in der Stadt. Dieser Abschied fällt schwer.

Genau so schwer fällt aber auch der Abschied von „meiner“ 3. Klasse. Ich muss sie einer Kollegin übergeben, die sie in den nächsten drei Grundschuljahren begleiten wird. Ich beginne wieder von vorn und schule wieder neue Kinder ein.

„Zwei Seelen wohnen ach in meiner Brust“, Stolz und ein tränendes Auge beim Abschied; aber auch Neugier und ein Lächeln für die neue Herausforderung. So ist das als Lehrer. Obwohl man sich in den Dienstjahren eigentlich daran gewöhnt haben müsste, fällt es doch immer wieder schwer.

Natürlich fällt es auch den Kindern nicht leicht, sich von der ersten Lehrerin zu trennen. Aber es muss wohl sein und ist ein Prozess des Reifens und Wachsens.

Um „meinen“ Drittklässlern den Abschied ein wenig zu erleichtern, bekommen sie alle ein kleines Gedicht und persönliche Worte von mir mit auf den Weg:

Drei Grundschuljahre nun hinter uns liegen

die Zeit scheint nur so dahin zu fliegen.

Kinder, wie die Zeit vergeht,

was haben wir nicht alles erlebt.

Ihr lerntet Rechnen, Lesen, Schreiben

und bis zum Schluss bei der Sache bleiben.

Es flossen auch Tränen über das Gesicht

und oftmals hörte ich: „Das kann ich nicht“.

Doch habt ihr inzwischen gelernt sehr viel

mit eisernem Willen aber auch Spaß und Spiel.

Mit Mimi und den Minimas

machten Geschichten euch immer Spaß.

Wir haben zusammen gelernt und gelacht

und auch manchmal Quatsch gemacht.

Doch jetzt wird es Zeit für euch zu gehen,

wir werden uns aber auch ab und zu sehen.

Der Abschied bereitet auch mir manche Schmerzen

ihr bleibt für immer in meinem Herzen.

Ich wünsche euch Glück und Freude am Lernen.

Ich weiß, aus jedem von euch kann richtig was werden.

Lernt weiter fleißig und bleibt, wie ihr seid

Das Leben hält viel Schönes für euch bereit.