Inzwischen ist es hier wieder sehr ruhig geworden. Ferienzeit hieß in diesem Jahr Familienzeit – noch mehr als sonst. Meine Kreativität lag am Boden. Lag es an der besonderen Lage zum Schuljahresende? Lag es an dem Wetter? Oder lag es einfach an mir?

Egal – jetzt „muss“ ich wieder ran. Die Arbeit nimmt keine Rücksicht und vielleicht motiviert der wieder gekehrte Schulalltag ja zu neuen Schaffensperioden. Also ran und am besten lässt sich ja bekanntlich über selbst Erlebtes schreiben. Daher werden zunächst einmal tagebuchänliche Einträge erfolgen von meinem Alltag als Lehrerin von 20 Schulanfängern.

Heute nun Tag 1:

In unserem Bundesland gibt es ja keine Abstandsregeln mehr für Schulkinder. Unsere Schüler und wir tragen im Schulhaus die Nase- Mund-Maske und es gilt das vertärkte Händewaschen und Desinfizieren. Ansonsten sollte der Tag verlaufen, wie schon so viele erste Schultage in meinem Arbeitsleben: Routine und doch immer wieder neu … und eben doch keine Routine.

So verlief auch die Nacht. Sicher spielte die Hitze auch ihre Rolle aber wie fast immer, quälte ich mich und war glücklich, als ich endlich gegen 6 Uhr aufstehen durfte.

Nach dem Erledigen der letzten Handgriffe, dem ausgieben Lüften und einigen kurzen Schwätzchen mit den Kollegen, ging es auch schon, mit Maske, raus auf den Schulhof. Dort warteten „meine“ Kleinen auch schon mit ihren Eltern. Schwer beladen mit allen möglichen Materialien strahlten mich alle an – noch … Beutel und Tüten einsammeln, hier eine Bemerkung dort ein Hinweis zum Abholen und ab ging es in die Schule – mit Maske.

Nach dem Desinfizieren ging dann das Sortieren, Auspacken und Belehren los. Beim Vorlesen waren die Kleinen recht aufmerksam und so mancher Schulanfänger wartete auch schon geduldig, bis er aufgerufen wurde, um zu erzählen. Aber vielen fällt es natürlich schwer, abzuwarten, anderen zu zuhören oder gar zu akzeptieren, dass man nicht reden darf. (Das ist ja auch viel verlangt) Nach etwa einer Stunde kam dann auch die berechtigte Frage: „Wann lernen wir denn endlich?“ Also rettete mich erst einmal ein Schulrundgang. Leider wurde dieser durch das Tragen der Masken eher als Qual für uns alle. Also schnell das Wichtigste zeigen (Toilette, Weg zum Schulhof) und schnell raus auf den Hof und Masken ab. Auf dem Rückweg ging es dann an der Turnhalle vorbei und schnell eine Runde durch die leere Halle. Zurück im Klassenraum ging es dann endlich an die ersten Schwungübungen, die recht gut klappten. Und dann war auch schon die Frühstückspause erreicht und endlich durften die Kinder essen („Ich wäre fast verhungert“, Zitat) und danach ging es raus auf die Hofpause.

Gern beobachte ich meine Schüler hier beim Umgang miteinander. Was mir gleich auffiel? Es gibt immer mehr Schüler, die nichts mit sich und anderen anzufangen wissen. Meist schlendern sie um unds Erwachsene herum und langweilen sich sichtlich. Animationen zum Spiel ziehen nur so lange, wie der Lehrer mitspielt. Mit anderen Kindern spielen geht gar nicht. Daran müssen wir arbeiten! Schwer fällt auch das Hören des Klingelzeichens zum Pausenende. Also werde ich morgen ein Spiel daraus machen: Wer steht nach dem Klingelzeichen zuerst bei mir? Mal sehen, ob das hilft.

In der letzten Stunde haben wir dann die Schwungübungen beendet und ein Spiel zu den Lagebeziehungen gespielt. „Spielen wir das morgen auch?“ Na, wenn das keine Motivation für den zweiten Tag ist!